Close to the Sun

Veröffentlicht am 01.02.2020 von Stephan in Reviews
Close To The Sun ist ein vom italienischen Entwickler Storm in a Teacup entwickeltes Horror Adventure.

Das Jahr 1897 in einer alternativen Realität: Nikola Tesla ist zu einem der reichsten und einflussreichsten Menschen der Welt geworden. Sein größtes Projekt ist die Helios, ein gigantisches Schiff auf dem Forscher frei von Einschränkungen und finanziellen Mitteln bahnbrechende neue Technologien entwickeln und in bisher unbekannte Forschungszweige vordringen. Als die Journalistin Rose Archer einen Brief von ihrer Schwester Ada erhält, indem sie von merkwürdigen Ereignissen an Board der Helios berichtet, bricht Rose sofort auf. An Bord angekommen wird ihr schnell klar, dass hier irgendetwas gewaltig schiefgelaufen sein muss. In den Gängen und Hallen liegen unzählige Tote und der Warnhinweis „Quarantäne“ lässt nichts Gutes erahnen. Da ihr der Rückweg versperrt ist, entscheidet sich Rose dazu ihrem ursprünglichen Plan zu folgen und nach ihrer Schwester zu suchen doch auch wenn das Geisterschiff zunächst tot aussieht, scheint noch immer irgendjemand oder etwas hier zu sein.

Close to the Bioshock


Bioshock Fans dürften sich an Bord der Helios sofort heimisch fühlen, denn Close to the Sun hat sich beim Design der Welt unübersehbar stark von der beliebten Spieleserie inspirieren lassen. Das opulente Innere des Riesenschiffes erinnert an die Unterwasserstadt Rapture und sogar die Handlung weist viele Parallelen auf.

Das Design weckt Erinnerungen an Bioshock.


Rätseln & Rennen


In Sachen Gameplay geht Close to the Sun dann aber eigene Wege und setzt nicht auf Kampf, sondern auf Rätsel und Flucht. Und das ist auch notwendig, denn Rose hat weder Superkräfte noch ist sie bewaffnet und so bleibt uns oft nur die Flucht nach vorne. Währen die Rätsel der Marke „suche den Schlüssel“ oder „leite den Strom“ um ganz ordentlich umgesetzt sind und durchaus Spaß machen trifft das leider für die Fluchtpassagen nicht zu. Treffen wir auf einen Widersacher bleiben oft nur Sekundenbruchteile, um wegzulaufen und da man dabei auch leicht mal in die falsche Richtung laufen kann werden diese Abschnitte zur Geduldsprobe. Glücklicherweise stoßen wir nur recht selten auf Gegner und sind die meiste Zeit damit beschäftigt die Helios zu erkunden und das wiederum ist die große Stärke des Spiels. Jeder Raum ist sehr detailliert gestaltet und oft bleibt man einfach stehen, um sich alles in Ruhe anzusehen. Wie es für diese Art Spiel inzwischen Standard ist, haben viele der ehemaligen Bewohner fleißig Tagebücher und Briefe verfasst, die uns mehr über die Menschen und die Ereignisse erzählen und wertvolle Informationen enthalten.

Zugangscodes sind z. B. in herumliegen Briefen versteckt


Da Rose keine Wissenschaftlerin ist, steht sie den unerklärlichen Phänomenen ebenso ratlos gegenüber wie wir. Irgendein Experiment, das mit anderen Dimensionen und Zeitreisen zu tun hatte, ist wohl schiefgelaufen und hat nicht nur alle an Bord umgebracht, sondern auch unheimlich geisterhafte Schemen der ehemaligen Besatzung hinterlassen. Aber im Grunde sind die Hintergründe der Katastrophe für Rose nebensächlich. Ihr Ziel ist, ihre Schwester zu finden und von dem Schiff zu fliehen.

Immer wieder stößt Rose auf Echos der Vergangenheit.


Die Handlung ist durchaus spannend inszeniert, allerdings manchmal etwas vorhersehbar, sodass selten etwas passiert, mit dem man nicht irgendwie schon gerechnet hat. Dem Spielspaß tut das keinen Abbruch, man will dennoch wissen, wie es weiter geht. Dazu trägt auch die gute Sprachausgabe von Rose bei. Diese kommentiert häufig die Ereignisse und spricht auch ihre eigenen Gedanken aus.

Eine der größten Stärken von Close to the Sun ist das abgedrehte Szenario. Da liefern sich Nikola Tesla und Thomas Edison eine Art kalten Krieg, bei dem auch vor Spionage und Sabotage nicht zurückgeschreckt wird, während man auf der Helios mit hochgefährlichen Technologien experimentiert. Alleine das Schiff an sich ist beeindruckend, denn die Helios ist nicht einfach nur ein großes Schiff, es ist gigantisch.

Die Karte lässt die wahre Größe der Helios erahnen.


Im Inneren der Haushohen Hallen vergisst man schnell, dass man sich gerade mitten auf dem Ozean befindet, was schade ist, denn wie das Entwicklerstudio im Intro zeigt kennen sie sich mit überzeugender Darstellung von Wasser aus. Sind wir aber erstmal im inneren angekommen könnte man auch ebenso gut in einer Stadt oder Raumstation befinden. Grund dafür sind die fehlenden Fenster und die nur spärlich vorhandenen Außenareale. Ein paar Abschnitte auf Deck mit Blick aufs Meer hätten da schon viel bewirkt. Das Gefühl von Wasser umgeben zu sein konnte z. B. Bioshock mit seinen zahlreichen Fenstern und Schwimmeinlagen deutlich besser vermitteln.

Freie Sicht auf das Meer gibt es leider nur selten.


Dank der Unreal Engine und den detaillierten Umgebungen sieht das Spiel richtig gut aus. Dazu kommt der gelungenen Art Style der zugleich altmodisch und futuristisch wirkt und perfekt zur Handlung passt. Jeder Abschnitt ist einzigartig gestaltet.

Die Collectors Edition



Für die Sammler ist das Spiel auch in einer Collectors Edition verfügbar. Die auf 1000 Stück limitierte Sammlerbox ist hochwertig produziert und macht sich gut im Regal. Für diejenigen, die das Spiel auf dem PC spielen ist die zusätzliche Konsolenversion etwas unnötig, stört aber auch nicht.

Enthalten ist:
  • Eine Kopie des Spiels für Playstation 4 oder Xbox One
  • Eine digitale Version für den PC (Epic)
  • Steelbook
  • Artbook
  • Soundtrack auf Schallplatte
  • Eine Replika einer Keycard aus dem Spiel
  • Ein Brief von Ada an Rose
  • Echtheitszertifikat.


Fazit


Insgesamt hat mir das Spiel sehr gut gefallen. Die Bezüge zu den realen historischen Personen lassen die Geschichte realistischer wirken und mit Rose gibt es einen Hauptcharakter, der nicht nur sympathisch ist, sondern auch stets nachvollziehbar auf die Geschehnisse reagiert. Das Gameplay ist an ein paar Stellen leider sehr nervig, was den Spielfluss unterbricht, abseits davon macht das Erkunden der Helios aber sehr viel Spaß. Als großer Fan der Bioshock Serie gefallen mir die vielen Referenzen und das im Vergleich deutlich gemächlichere Tempo lässt genug Zeit alle Details genau zu untersuchen. Das Ende ist offen und lässt vieles unbeantwortet zurück hier hätte ich mir etwas mehr Aufklärung gewünscht. Vielleicht ist das aber die Change auf einen Nachfolger, ich würde ihn auf jeden Fall spielen.

  • Grafik & Stil
  • Synchronisation
  • Soundtrack
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Nikola Tesla

  • Fluchtpassagen
  • Zu wenige Außenareale
  • Offenes Ende

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